Elle Decoration

Ausgabe 06/2005:

 

Anita Ekberg, La Dolce Vita und die 60er-Jahre – Carlo Casorati, Inhaber von „Bianco & Nero“, ist passionierter Fellini-Fan und wünscht sich auch für sein Restaurant im Nobelvorort Sillenbuch ein wenig Via-Veneto-Flair. Die schwarzweißen Fotos an den Wänden sind nur ein Stilelement, das Innenarchitektin Stefania Andorlini für die Umsetzung der Namen gebenden Farbkombination nutzte. Die "Leggera" - Stühle von Gió Ponti sind rabenschwarz, ebenso der ovale Tisch für den Aperitif. Ein spiegelnder Terazzo-Boden in Salz-und-Pfeffer-Optik, weiße Tischdecken und die ebenfalls weiß gestaltete Terasse vervollständigen ein eher strenges Styling, aus dem heraus die rotweinroten Kissen umso sinnlicher leuchten oder eine Portion "Parmigiani" mit Tomaten und Auberginen auf dem Teller.

 

 

 

Stuttgart geht aus

Ausgabe 2006:

 

Dolce vita in Schwarz-Weiß: Bianco e Nero Seit Sommer 2005 hat der Nobel-Vorort Sillenbuch seinen Edel-Italiener. Mitten auf der "Meile", der zur flaniertauglichen Einkaufsstraße verbreiterten Kirchheimer Straße, lädt "Bianco e Nero" zum gehobenen Genießen. In einem modernen Neubau hat das Restaurant die unterste Ebene mit vorgelagerter Terrasse bezogen. Das streng in Schwarz und Weiß gehaltene Interieur macht dem Namen alle Ehre. Nur silberglänzende Alessi-Vasen und einige knallrote Accessoires setzen Akzente im kühl-modernen Ambiente. Die Wände zieren Schwarz-Weiß-Bilder alter italienischer Filmstars. Wer im Bianco e Nero speisen möchte, sollte einen Tisch reservieren. Vor allem bei den "Einheimischen" ist die neue schicke Location nämlich sehr begehrt. Wen wundert's da, dass man sich im Bianco e Nero kennt. Und auch die Inhaber, Familie Casorati werden gerne mit Bussi begrüßt. Schließlich sind die mit ihrer Eisdiele "Timone" auf der Kirchheimer Straße je bereits alteingesessen. Das Essen: Gehobene italienische Küche, die sich an schlichten, regionalen Rezepten orientiert. Das Risotto mit grünem Spargel bringt ganz viel Spargel Aroma auf die Zunge, die Kichererbsensuppe mit Speck mundet rustikal aber dennoch erlesen, das obligatorische Tiramisu wird extravagant in einem Sektglas serviert, das die liebevolle Schichtung von Frischkäsecreme und Biscotti offenbart. Die hätten wir bitte gern im Sommer wieder, wenn wir dann im hellen Designer-Plastik Gestühl auf der erhöhten Terrasse Platz nehmen ...

 

 

 

Stuttgarter Zeitung

August 2006:

 

Der Chef will Lust auf Neues machen Hach, die 60er Jahre. Fellini, La Dolce Vita - und die Ekberg. Unvergessen! Carlo Casorati, Inhaber von Bianco & Nero in Sillenbuch, betrachtet die Fotos an der Wand. Der Chef hat sie eigens in einem kleinen Handwerksbetrieb in Italien rahmen lassen und dann nach einer Komposition der Innenarchitektin in seinem Lokal aufgehängt. Ja, zu essen gibt es bei Carlo und seiner Familie auch. Die Karte ist überschaubar, dafür wird sie alle vier bis sechs Wochen komplett gewechselt: "Ich möchte den Gästen Lust auf Neues machen." Auch bei einer kleinen Auswahl kann die Entscheidung schwerfallen. Carlo gibt gerne Empfehlungen, von der Vorspeise bis zum Nachtisch. "Mir wäre es am liebsten, wenn wir gar keine Karte brauchten", sagt Carlo. Doch nur auf mündliche Empfehlung zu bestellen wie in talien üblich - das ist den Gästen zu ungewohnt. Drei Köche stehen am Herd, alle kommen aus kommen direkt aus Italien. "Stellen Sie sich vor, die hätten sich an eutsche Sitten gewohnt und würden die Sahne in die Soße kippen" - Carlo schüttelt nur den Kopf. Seit Jahren suchte er eine Gelegenheit, ein Lokal unweit seines Eiscafes Timone zu eröffnen - da hat er nun eben Ansprüche an seine Küche. Zu den Filetscheiben passt der schwere, beerige Rotwein perfekt. Die Weine werden teilweise direkt aus Italien importiert und zu ausgesprochenen fairen Preisen angeboten.